Hier der Bericht eines Menschen, der sich nicht locken lies:
 

Teil 2:
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Nach und nach trafen Leute ein. Ich beobachtete. Günter und Giesela waren sehr aktiv. Sie managten den Abend und die Eintreffenden. Mit manchen der Gästen waren sie vertraut, andere schienen sie nicht näher zu interessieren. Freundlich, überfreundlich waren sie in jedem Fall. Es gab offensichtlich drei Gruppen. Die eine, dazu gehörten Günter und Giesela, taufte ich für mich ‘die Profis’. Die  zweite, dazu gehörte meine Freundin, taufte ich ‘die Begeisterten’. Die dritte Gruppe schließlich nannte ich ‘die Zurückhaltenden’. Schließlich waren 15 Personen beisammen und Manuela, ein weiteres Mitglied der Profigruppe, verkündete, daß man jetzt anfange und daß Georg heute die Einführungsworte spräche. Georg, ein Mitglied der Gruppe der Begeisterten, erhob sich und entschuldigte sich mit roten Wangen und breitem Göppinger Schwäbisch, daß er dies zum erstenmal mache. Er erklärte, wie Schenkkreise funktionierten, daß alles ganz freiwillig sei, niemand etwas erhoffen könne und das Schenken und nicht beschenkt werden, der Sinn der Sache sei. Er verglich die Schenkkreise mit dem Kauf von Aktien. Ich erwachte. An der Börse, so Georg, wisse man ja auch nicht, ob und was man schließlich bekäme. “Der Arme hat wohl Geld beim Spekulieren verloren”, dachte ich und Georg sagte, daß ja heute einige neue Gesichter da seien und es deshalb jetzt eine Vorstellugsrunde gäbe. Georg begann.”Ich heiße Georg, komme aus der Nähe von Stuttgart, habe einen Handwerksbetrieb und bin seit drei Monaten dabei. Beim nächsten Treffen werde ich beschenkt”. Ein weibliches Mitglied der Profigruppe mischte sich ein: “Übrigens, unser nächstes Treffen findet in Baden-Baden statt. Ich habe schon ein Hotel vereinbart”. Seine Augen leuchteten. Als nächstes kam eine Frau mit etwa 30 Jahren. “Ich bin die Sabine und komme aus Calw. Meine Bekannte ist in vielen Kreisen dabei und ich bin jetzt beim letztenmal auch dazu gekommen” Anerkennendes Lächeln der Profigruppe. Nun war ich an der Reihe. “Ich heiße .... Hans, bin Anwalt und komme aus Sindelfingen, heute zum erstenmal dabei und gespannt”. Beim Wort Anwalt fing ich Blicke der Profigruppe auf. Auf mich wirkte es wie: Anwälte haben doch Geld! Anwälte sind gefährlich. Ich tat schüchtern, sagte noch etwas und gab weiter. Jetzt kam Björn. Björn erklärte in bestem Hochdeutsch, er sei Norweger und lebe in Baden-Baden. Am Schluß kam Giesela. Sie schilderte ihr Projekt, das sie mit Hilfe der Schenkkreise finanzieren wolle. Ein nettes kleines Häuschen, dessen Baupläne sie hübsch gerahmt vorzeigte. Natürlich wolle sie das geschenkte Glück zurückgeben, da sie beabsichtige, dort bedürftige Familien wochenweise wohnen zu lassen. Die Profis stellten sich dabei durchweg erfahren vor, schilderten, wie oft sie schon beschenkt woden seien und daß es leicht sei neue Teilnehmer zu finden.

Georg gab dann an Günter weiter, denn jetzt sollte der magische Moment des Schenkens kommen. Georg legte seinen Notizzettel in ein dicke Mappe voller Formulare, Schenkkreisschemata und Tabellen und sagte noch schnell, daß sechs Schenker heute im Urlaub seien und er für einen davon nachher den Betrag übergebe. Die anderen kämen dann das nächste mal.

Letzter Teil
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